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Notfallmediziner-
Ausbildung bei der Bundeswehr

Jürgen Timmermann (AHA), Generalarzt Dr. med. Torsten Sohns, Dr. med. Heinzpeter Moecke (IfN), Dr. Jerry Potts (AHA), Christian Schäfer (AHA)

Ausbildung nach international gültigen Standards:
Die Sanitätsakademie der Bundeswehr ist International Training Center (ITC) der American Heart Association

München, im Juni 2009. Die Sanitätsakademie der Bundeswehr (SanAkBw) ist offiziell von der American Heart Association (AHA) als International Training Center (ITC) akkreditiert worden. Damit ist die Sanitätsakademie berechtigt, eigene Instruktoren auszubilden und International Training Sites (ITS) anzugliedern.

Generalarzt Dr. Torsten Sohns, Kommandeur der SanAkBw, bedankte sich bei Jürgen Timmermann und Christian Schäfer, Consultants der AHA in den Märkten Deutschland, Österreich und Schweiz, sowie bei Dr. Jerry Potts als Vertreter des AHA-Headquarters in Dallas für die unbürokratische und schnelle Unterstützung bei der Anerkennung der Sanitätsakademie als International Training Center der AHA.

Auf ihrem Weg zum eigenständigen ITC wurde und wird die Sanitätsakademie vom Institut für Notfallmedizin (IfN) der Asklepios Kliniken in Hamburg unterstützt. Dr. Heinzpeter Moecke, Leiter des Instituts für Notfallmedizin und Mitherausgeber des deutschsprachigen AHA-Trainingsmaterials: "Wir streben eine langfristige Zusammenarbeit mit der Sanitätsakademie an, die z. B. die Unterstützung bei der Ausbildung der Instruktoren sowie die Auditierung der Kurse umfassen wird."

Oberfeldarzt Dr. Werner Madei, verantwortlich für die Notfallmediziner-Ausbildung an der Sanitätsakademie, lobte die didaktische Qualität des Lehrmaterials der AHA und betonte die Notwendigkeit dieser international anerkannten Standards im Bereich der Notfallmedizin in Hinblick auf die Arbeit der Bundeswehr in internationalen Teams bei Auslandseinsätzen: "Es wird die Aufgabe der Sanitätsakademie in München sein, das gesamte Spektrum der zertifizierten AHA-Kurse in die infrage kommenden Kursinhalte zu integrieren. Auf diese Weise können wir sicherstellen, dass sich der Sanitätsdienst der Bundeswehr den internationalen Anforderungen mühelos stellen kann." 

Dr. Jerry Potts, Director of Research der American Heart Association, lobte den Schritt der Bundeswehr, die Medizinerausbildung nach den Standards der AHA durchzuführen, und begrüßte die Sanitätsakademie als neues International Training Center.

Die Bundeswehr gewährleistet durch Kooperation mit der American Heart Association international anerkannte Standards bei der Ausbildung im Bereich der kardiovaskulären Notfallmedizin. In den theoretischen und praktischen Teil der Ausbildung zum Notfallmediziner an der Sanitätsakademie der Bundeswehr ist das Modul ACLS (Advanced Cardiovascular Life Support), basierend auf den Standards der American Heart Association, integriert.

International anerkanntes Zertifikat

Durch die Kooperation mit der AHA erhalten die Teilnehmer neben dem landesspezifischen Zertifikat der Bayerischen Landesärztekammer auch ein international anerkanntes Zertifikat der AHA. So gewährleistet die Bundeswehr bei der notfallmedizinischen Versorgung einen einheitlichen Ausbildungsstandard, dem sich zahlreiche Nationen unterworfen haben. Insbesondere in multinationalen Auslandseinsätzen, bei denen eine enge Zusammenarbeit mit anderen Nationen an der Tagesordnung ist, wird nun im Bereich ACLS dieselbe Sprache gesprochen.

Durch die Kooperation mit der AHA hat der Zentrale Sanitätsdienst der Bundeswehr einen weiteren Meilenstein in puncto Ausbildungsqualität gelegt.

 

Über die Sanitätsakademie der Bundeswehr

Die Sanitätsakademie der Bundeswehr (SanAkBw) in der Ernst-von-Bergmann-Kaserne im Norden von München ist die zentrale Ausbildungseinrichtung des Sanitätsdienstes der Bundeswehr und diesem unterstellt. Neben Laufbahnlehrgängen findet hier auch die fachlich-wissenschaftliche Fort- und Weiterbildung im Sanitätswesen der deutschen Streitkräfte statt. Da nahezu jeder länger dienende Angehörige des Sanitätsdienstes der Bundeswehr an der Institution ausgebildet wurde, wird sie als das "Mutterhaus" des Sanitätswesens der Bundeswehr bezeichnet.

Die Wurzeln der Sanitätsakademie gehen zurück auf die 200 Jahre alte Tradition der preußischen militärärztlichen Bildungsanstalten. Die im Jahr 1956 als "Sanitätstruppenschule des Heeres" in Degerndorf gegründete Institution wurde bereits 1957 in die Luitpoldkaserne nach München verlegt und dort zwei Jahre später in die "Sanitätsschule der Bundeswehr" umgegliedert, deren erster Kommandeur der spätere Inspekteur des Sanitäts- und Gesundheitswesens Dr. Hockemeyer war.

Aufgrund der Forschungsarbeiten in den damals dem Bereich Studien und Wissenschaften zugehörigen Instituten für Radiobiologie (InstRadBioBw), Mikrobiologie (InstMikroBioBw) und Pharmakologie und Toxikologie (InstPharmToxBw) bekam die Schule am 29. Oktober 1963 den Namen "Akademie des Sanitäts- und Gesundheitswesens der Bundeswehr". Erst seit dem Umzug 1980 befindet sich die Sanitätsakademie in der heutigen Liegenschaft. 1997 wurde die Akademie in "Sanitätsakademie der Bundeswehr" umbenannt. Mit dem Umzug des Sanitätsamtes der Bundeswehr an den jetzigen Standort in München wurden die Institute eigenständig und direkt dem Sanitätsamt unterstellt.

Zahlreiche der angebotenen Fachlehrgänge und -kurse erfüllen die zivil vorgegebenen Qualitätsstandards und werden durch die Bayerische Landesärztekammer als Weiterbildungsabschnitt anerkannt. Insgesamt hat die Sanitätsakademie der Bundeswehr jährlich über 6.000 Lehrgangs- und 8.300 Tagungsteilnehmer zu Gast.