Winter 2008/09 - In einer neuen Studie des Resuscitation Outcomes Consortium wurde festgestellt, dass ein Slogan aus drei Wörtern die Variablen zusammenfasst, die für die Überlebenschance bei plötzlichem Herzstillstand von erheblicher Bedeutung sind: Unfallort, Unfallort, Unfallort.
So ist die Überlebenschance bei einem plötzlichen Herzstillstand in Seattle, Washington, etwa fünfmal höher als andernorts in den Vereinigten Staaten. Die hohe Überlebensrate in Seattle steht in engem Zusammenhang damit, dass sehr viele Einwohner in CPR ausgebildet sind, die Rettungsdienste sehr schnell reagieren und die stationäre Postreanimationstherapie ein hohes Niveau hat.
Bei einem plötzlichen Herzstillstand in einem Gebiet mit weniger in CPR ausgebildeten Laien, späterem Eintreffen des Rettungsdienstes und schlechterer Postreanimationstherapie ist die Überlebenschance weitaus schlechter. Die Autoren untersuchten Inzidenz und Behandlungsergebnisse in sieben US-amerikanischen und drei kanadischen Orten zwischen dem 1. Mai 2006 und dem 30. April 2007.
Nach Aussage des Studienautors Tom Aufderheide, MD, wurde hier erstmals akkurat die Inzidenz des Herzstillstandes in einer großen Population erfasst (hier 21,4 Millionen). Die betrachtete Evidenz führte die Forschungsgruppe zu fünf wichtigen Schlussfolgerungen:
1. Es sollte eine Meldepflicht für Herzstillstände geben, damit für jede Gemeinde präzise die Inzidenz und die Behandlungsergebnisse überwacht und die Ressourcen dementsprechend verteilt werden können.
2. Inzidenz und Ergebnis unterscheiden sich erheblich in Abhängigkeit vom Ort; in der Studie im The Journal of the American Medical Association wurden Überlebensraten zwischen 7,7 % und 39,9 % mit einem Median von 22 % angegeben.
3. Das Rettungsdienstsystem beeinflusst die Überlebenschance bei Herzstillstand erheblich.
4. Die Ergebnisstatistik sollte für jede Gemeinde öffentlich einsehbar sein, damit sich die Leistung der Gemeinde beurteilen lässt.
5. Die beiden zentralen Bereiche des Gemeinwesen, die zur Verbesserung der Ergebnisse beitragen, sind der Rettungsdienst und die Integration der kardialen Notfallmedizin in alle Bereiche der Gemeinde. Dazu gehört auch eine Ausbildung in CPR und AED-Anwendung.
Würde sich die Reaktion aller Gemeinden in Nordamerika auf das Niveau der derzeit besten Gemeinden erhöhen, so die Autoren weiter, ließen sich schätzungsweise 15.000 vorzeitige Todesfälle jährlich vermeiden. Die Studie wurde vom American Heart Association Emergency Cardiovascular Care Program teilfinanziert.
Nichol G, Thomas E, Callaway C, Hedges J, Powell J, Aufderheide TP, Rea T, Lowe R, Brown T, Dreyer J, Davis D, Idris A, Stiell I. Regional variation in out-of-hospital cardiac arrest incidence and outcome. JAMA. 2008; 300: 1423-1431.