Frühjahr 2008 - In Krankenhäusern treten mehr als 450.000 plötzliche Herzstillstände auf, doppelt so viele wie ambulant. Bislang hat man sich darauf konzentriert, AEDs möglichst verfügbar zu machen und Laienhelfer so auszubilden, dass sie Opfern mit Herzstillstand außerhalb des Krankenhauses helfen können. Auch im Krankenhaus wirkt sich die prompte Defibrillation jedoch bei Kammerflimmern (VF) und ventrikulärer Tachykardie (VT) auf die Überlebensrate aus.
In einer neuen Studie wurde anhand der vom National Registry of CPR (NRCPR) gesammelten Daten untersucht, ob bei Patienten mit plötzlichem Herzstillstand während eines Krankenhausaufenthaltes ausreichend schnell eine Defibrillation erfolgte. Dazu wurden die Krankenakten von 6.789 VF/VT-Patienten in 369 Kliniken untersucht, die zwischen dem 1. Januar 2000 und dem 31. Juli 2005 in das NRCPR aufgenommen wurden. Die Ergebnisse zeigten bei den Patienten, bei denen binnen zwei Minuten nach dem Herzstillstand eine Defibrillation erfolgte, eine Überlebensrate von 39 % bis zur Entlassung aus dem Krankenhaus. Diese sank auf nur 22 % ab, sofern die Defibrillation erst mehr als zwei Minuten nach dem Herzstillstand erfolgte. Außerdem bestand bei denjenigen, die trotz verspäteter Defibrillation bis zur Krankenhausentlassung überlebten, mit höherer Wahrscheinlichkeit ein erhebliches neurologisches Defizit.
Dr. Paul S. Chan, führender Autor der im New England Journal of Medicine veröffentlichten Studie, schlägt vor, dass sich derartige Verzögerungen durch eine bessere Verteilung von AEDs in Krankenhäusern verhindern lassen, indem die Krakenschwestern die Elektroschocks verabreichen können, ohne das Eintreffen eines Arztes abzuwarten. Weitere Faktoren, die zu einer verzögerten Defibrillation führten, waren Herzstillstände in der Nacht oder am Wochenende oder in einem Krankenhausbett ohne Monitor-Überwachung.
Chan PS, Krumholz HM, Nichol G, Nallamothu BK, and the AHA NRCPR Investigators. Delayed time to defibrillation after in-hospital cardiac arrest. N Engl J Med 2008;358:9-17.
Quelle: Currents in Emergency Cardiovascular Care
Volume 19, Number 1, Spring 2008