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Neue CPR-Ausbildung und -Prüfung

Bericht des Co-Vorsitzenden der AHA ECC First Aid Task Force

Sommer 2007 - Wir beide hatten das Glück, von Anbeginn an in die Entwicklung der neuen CPR-Kurse der American Heart Association (AHA) einbezogen zu sein. Louis wurde die Begutachtung des Studentenmaterials, Frank die des Instruktorenmaterials übertragen. Wir waren Mitglieder einer Reihe von Teams zur Weiterentwicklung der Kurse, die sich aus AHA-Mitarbeitern, Herausgebern, CPR-Ausbildern, AHA-Unterkomitees für kardiovaskuläre Notfallmedizin, aus Redakteuren, Autoren und Video-Produzenten zusammensetzten. Herausgekommen sind dank der unermüdlichen Arbeit dieser Teams neues Video-Lehrmaterial, neue Studien- und Ausbildungsmaterialien, die eine neue Art des Lehrens und Lernens zur Folge haben werden. Darüber hinaus wenden wir in den neuen CPR-Kursen auch neue Prüfungskriterien mit spezifischen Instrumenten an, um die Qualität der Durchführung der CPR messen zu können.

CPR-Fähigkeiten

Ein integraler Teil der neuen Kurse ist die Fokussierung darauf, CPR-Fähigkeiten, CPR zu praktizieren. Bislang war häufig festzustellen, dass  Wiederbelebungsversuche fehlschlugen, nicht zuletzt deshalb, weil die Retter nicht hinreichend die lebensrettenden Techniken durchführen konnten, die wir ihnen zu vermitteln versucht hatten. So begannen wir neu zu erfinden, wie CPR gelehrt und geprüft werden sollte. Dabei legten wir den Schwerpunkt auf die Fähigkeit der Studenten, korrekte CPR praktisch anzuwenden.

CPR kann man sich  - wie jede psychomotorische Fertigkeit - am besten aneignen, wenn sie während der Ausbildung in ihre Bestandteile zerlegt, wieder und wieder geübt und schließlich zu einer komplexen Vorgehensweise zusammengefügt wird.

Untersuchungen haben ergeben, dass Studenten in CPR-Klassen durch vielfache Wiederholung in der Praxis, besonders wenn sie dabei auch entsprechende Videos verfolgen konnten, die gelernte CPR-Technik dauerhaft, abrufbar "abspeichern". In der Vergangenheit haben CPR-Instruktoren häufig die praktische Unterweisung ihrer Studenten durch Geschichten oder Diskussionen unterbrochen, was der Lernintensität nicht immer förderlich war. Deshalb gingen wir nun daran, Kurse zu schaffen, die die verschiedenen CPR-Techniken in den Vordergrund rücken, also Praxis per Video ("Practice While Watching" oder PWW) und die Rolle des Ausbildenden als Vermittler dieser Fertigkeiten herausstellen. Unsere Pilot-Lehrgänge und die darauf folgenden CPR-Kurse zeigen, dass sich unsere Studenten die CPR-Techniken besser denn je aneignen.

Künftige Ausbildungsforschung

Eine fundierte Ausbildungsforschung muss zwei zentrale Fragen in den Mittelpunkt stellen:

  1. Wie lernen die Studenten, die die neuen CPR-Kurse besuchen, CPR zu beherrschen (CPR-Kompetenz)?
  2. Erinnern sie sich nach längerem zeitlichen Abstand noch an die erworbenen Fertigkeiten (CPR-Gedächtnis oder CPR-"Speicherung")?

Kompetenz und die jederzeit mögliche Abrufung der erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten sind wichtige praktisch anzuwendende, weil lebensrettende Ausbildungsziele. So hat die AHA, um die CPR-Kompetenz der Studenten zu ermitteln, eine neue Art des Prüfens dieser Fähigkeiten angeregt, die alle Instruktoren einheitlich nutzen sollten. Die CPR-Ausbilder haben nun ein effektives Instrument, um CPR-Kompetenz zu bestimmen bzw. zu erkennen. Das neue Prüfverfahren wird in den verschiedenen AHA-Ausbildungs-Handbüchern präzise beschrieben.

CPR-Techniken im Test

Eine weitere wichtige Frage: Wie gründlich prüfen Sie die Aneignung der CPR-Techniken in Ihren Lehrgängen? Diese Prüfungen sind aus mehreren Gründen wichtig:

  • Studenten lernen intensiver, wenn ein Kompetenz-Maßstab vorhanden ist, der sie mit wirklichkeitsnahen Anforderungen konfrontiert.
  • Exakte Kompetenz-Maßstäbe geben aber auch dem Dozenten Aufschluss darüber, ob seine Unterrichtsweise effektiv ist.
  • Nachkursliche Kompetenz-Recherchen können als Maßstab genutzt werden, um zu festzustellen, wie viel die Studenten über einen längeren Zeitraum behalten können.
  • Vergleiche zwischen Kursen und ihren Ergebnissen können angestellt werden, wenn der Kompetenz-Test genau widerspiegelt, was gelernt worden ist.
  • CPR-Kompetenz veranlasst Instruktoren, einen hohen Standard einzuhalten.

Unsere Studenten sollen CPR so perfekt wie möglich lernen und wir müssen uns dessen permanent vergewissern. Dazu messen wir das von ihnen erworbene Wissen mit tauglichen Maßstäben.

Der eine in allen Kursen wiederkehrende Lerninhalt, die ein-Helfer CPR beim Erwachsenen/Kind, wird am Ende jedes Kurses getestet. Es gibt wichtige Gründe, diesen Lerninhalt am Kursende zu prüfen.

Wenn ein Student zum Ende eines Kurses auf seine Fähigkeit zur Ein-Helfer CPR geprüft wird, hat er alle entsprechenden Unterweisungen erhalten, einschließlich CPR bei einem Kind. Diese Prüfung zu diesem Zeitpunkt gibt dann Aufschluss über die volle Kompetenz, was besagt, dass der Student in der Lage gewesen ist, das in allen Lektionen des Kurses vermittelte Wissen anzuwenden. Wir können daran das Ausmaß erkennen, das jede Lektion  zum Lernerfolg des Kursteilnehmers beigetragen hat.
Die Einheitlichkeit der Ausbildung erfordert eine einheitliche Lehre und einheitliche Prüfverfahren. Falls die künftige Ausbildungsforschung anzeigt, dass ein Kurs Studenten erfolgreich mit hochqualifizierten CPR-Fertigkeiten ausgestattet hat und dass diese aus der Erinnerung abgerufen werden können, dann kann man berechtigt vom erfolgreichen Verlauf eines CPR-Kurses sprechen. Diese Fähigkeit früher im Kurs zu testen, nimmt  dem Kursteilnehmer die Möglichkeit, zusätzliche Praxis durch das Üben der Zwei-Helfer CPR oder der CPR beim Kind zu bekommen. Um Konsistenz in der Lehre zu gewährleisten, ist es notwendig, dass alle Instruktoren in der selben Art und Weise unterrichten und prüfen.

Falls die künftige Ausbildungsforschung feststellen sollte, dass einige Aspekte der neuen Kurse geändert werden sollten, wäre das wiederum auf alle Kurse zu übertragen.

Die AHA hält die Entwicklung von Ausbildung für genauso wichtig wie die Forschung. Viele Ausbildungsfachleute innerhalb und außerhalb der ECC haben solide Ausbildungsgrundsätze für die neuen Kurse erarbeitet, einschließlich ausgezeichneten Hilfs- und Anschauungsmaterials (Videos, CDs, Handbücher usw.). Dabei spielen die Instruktoren eine für die erfolgreiche Umsetzung wichtige Rolle.  Geben Sie den neuen Kursen die Chance, unterrichtet zu werden, wie es beabsichtigt war! Halten Sie die Kurse ab, wie es empfohlen wird, inklusive der Prüfungsvorgaben!

Die CPR-Kompetenz unserer Studenten zu erproben, ist wichtiger Bestandteil der neuen AHA-CPR- und -ECC-Kursen. Es ist wichtig für studentisches Bemühen und es ist wichtig, permanent zu hinterfragen, ob sich die Kursteilnehmer das Wissen angeeignet haben, das wir zu lehren uns vorgenommen haben.

Orientieren Sie Ihre Kursteilnehmer (und sich selbst) an hohen Maßstäben! Falls ein Mensch, der uns nahe steht, jemals auf CPR angewiesen sein sollte, würden wir uns wünschen, dass der Wiederbelebungsversuch so effektiv und so konsequent wie nur möglich unternommen wird, um die Wahrscheinlichkeit des Überlebens zu vergrößern. Und ist das nicht der tiefste Beweggrund, weshalb wir die CPR-Fähigkeit weitergeben: um zu gewährleisten, dass einem Menschen, wenn er CPR benötigt, diese Hilfe in höchster Qualität zuteil wird. Denn, denken wir immer daran: Life hangs in the balance – das Leben hängt am seidenen Faden.


Quelle: Currents in Emergency Cardiovascular Care
Volume 18, Number 2, Summer 2007, The Truth behind the Testing

Frank X. Dolo ist Professor und Vorsitzender von Health Education and Exercise Science, County College of Morris, in Randolph, New Jersey und ECC Consultant und Senior Oversight Editor für Instructor Materials der AHA.

Louis Gonzales ist Co-Vorsitzender von AHA ECC First Aid Task Force und früherer Senior Oversight Editor für Studentenmaterial der AHA. Er ist Klinikmanager der Williamson County EMS (Med. Notdienstversorgung) in Georgetown, Texas.