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Guidelines 2005

Effiziente Thoraxkompression

Die neuen Guidelines weisen im Vergleich zur letzten Ausgabe fünf Änderungen auf. Die erste dieser Änderungen wird hier ausführlich erläutert.

  • Um effiziente Thoraxkompressionen durchzuführen, sollten alle Helfer „fest und schnell drücken“. Die Frequenz der Thoraxkompressionen sollte bei allen Opfern außer bei Neugeborenen ca. 100 Kompressionen pro Minute betragen.
  • Die Brustkorb sollte nach jeder Kompression vollständig entlastet werden, also in die normale Position zurückkehren. Darüber hinaus sollten die Kompressions- und Entlastungsphase gleich lang sein.
  • Die Unterbrechungen zwischen den Thoraxkompressionen sollten so kurz wie möglich gehalten werden, da bei jeder Unterbrechung der Thoraxkompressionen der Blutfluss stoppt.

2000 (Alt): Die Qualität und Rate der Thoraxkompressionen, die Wichtigkeit einer vollständigen Entlastung des Brustkorbs und die Notwendigkeit, Unterbrechungen der Thoraxkompressionen auf ein Minimum zu reduzieren, standen nicht im Vordergrund.
Begründung: Bei einem Herzstillstand gibt es keinen Blutfluss. Thoraxkompressionen erzeugen einen geringen Blutfluss zu den lebenswichtigen Organen wie Gehirn und Herz. Je besser die Thoraxkompressionen ausgeführt werden, d.h. eine angemessene Frequenz und Tiefe sowie vollständige Entlastung des Brustkorbs sollten erreicht werden, umso größer ist der erzeugte Blutfluss. Ist die Frequenz der Thoraxkompressionen zu gering bzw. die Kompressionstiefe unzureichend, ist der Blutfluss zu den lebenswichtigen Organen zu schwach. Bei einer Unterbrechung der Thoraxkompressionen wird auch der Blutfluss unterbrochen. Bei jedem Neubeginn der Thoraxkompressionen sind die ersten Kompressionen wesentlich ineffizienter als die späteren Kompressionen. Je öfter die Thoraxkompressionen unterbrochen werden, umso geringer sind die Überlebenschancen für Patienten mit Herzstillstand. 

Studien realer Reanimationssituationen haben gezeigt, dass die Hälfte der von professionellen Helfern durchgeführten Thoraxkompressionen nicht tief genug sind und dass die Thoraxkompressionen während CPR zu oft unterbrochen werden. In den neuen Empfehlungen werden Helfer daran erinnert, dass die Thoraxkompressionen schnell und tief genug sein sollen und dass die Unterbrechungen der Thoraxkompressionen auf ein Minimum zu reduzieren sind.  Die Helfer werden darauf aufmerksam gemacht, nach jeder Kompression eine vollständige Rückkehr des Brustkorbs in die normale Position zu erlauben, da sich dabei das Herz mit Blut gefüllt.  Lässt der Helfer dies nicht zu, ist der Blutfluss bei der nächsten Kompression reduziert, da sich das Herz vor der Kompression nicht ausreichend mit Blut füllen konnte.