Kurssuche

Kurse nach Land und Kursart selektieren.

suchen


Guidelines 2005

Defibrillation und ILCOR

Die neuen Guidelines weisen im Vergleich zur letzten Ausgabe fünf Änderungen auf. Die vierte und fünfte dieser Änderungen werden hier ausführlich erläutert.



Defibrillationsversuch: 1 Stromstoß, dann sofort CPR

2005: Bei einem Defibrillationsversuch sollten alle Helfer einen Stromstoß abgeben, dem sofort CPR folgt, angefangen mit Thoraxkompressionen. Alle Helfer sollten nach ca. 5 CPR-Zyklen für die Dauer von ca. 2 Minuten den Rhythmus des Patienten prüfen. Nach der Neuprogrammierung der AEDs durch die Hersteller sollten diese den Helfer auffordern, alle 2 Minuten eine Rhythmusanalyse zu erstellen.

2000 (Alt): Zur Behandlung eines Herzstillstands mit einem "defibrillierbaren“ Rhythmus verabreichten Helfer bis zu 3 Stromstöße ohne diese durch CPR zu unterbrechen.  Die Helfer prüften den Rhythmus vor und nach jedem Stromstoß.

Begründung: Die Begründung für dieses neue Protokoll basiert auf drei Erkenntnissen:

  • Die Rhythmusanalyse durch die aktuellen AEDs nach jedem Stromstoß bedeutet normalerweise Verzögerungen von 37 Sekunden oder sogar länger, bevor die ersten Thoraxkompression nach dem Stromstoß durchgeführt wird. Solch langen Unterbrechungen der Thoraxkompressionen könnten schädlich sein, wie aktuell diskutiert wird.
  • Bei den meisten heute zur Verfügung stehenden Defibrillatoren wird Kammerflimmern in 85 % der Fälle bereits mit dem ersten Stromstoß terminiert.  In jenen Fällen, in denen dies nicht so ist, bietet die Wiederaufnahme der CPR wahrscheinlich mehr Vorteile als die Verabreichung eines weiteren Stromstoßes.
  • Selbst nach Terminierung von Kammerflimmern durch einen Stromstoß dauert es mehrere Minuten, bis das Herz zu einem normalen Rhythmus zurückkehrt. Durch eine kurze Periode von Thoraxkompressionen kann das Herz mit Sauerstoff und Energie versorgt werden, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass das Herz in der Lage sein wird, nach dem Stromstoß wieder einen effizienten Blutfluss zu erzeugen. Es gibt keine Beweise dafür, dass Thoraxkompressionen unmittelbar nach der Defibrillation ein rezidivierendes Kammerflimmern hervorrufen.

Wir erwarten, dass die AED-Hersteller die AEDs neu programmieren werden, um diese Empfehlung zu unterstützen. Die AHA fordert AED-Hersteller auf, Geräte zu entwickeln, die den Herzrhythmus des Patienten analysieren können, ohne die Thoraxkompressionen zu unterbrechen.

Bestätigung der ILCOR-Aussage von 2003: AEDs werden auch für Kinder ab 1 Jahr und älter empfohlen

2005 (Neu): AEDs werden für den Einsatz bei Kindern von 1 Jahr und älter empfohlen. Die wissenschaftlichen Ergebnisse reichen nicht aus, um für oder gegen den Einsatz von AEDs bei Säuglingen unter 1 Jahr zu argumentieren (Klasse unbestimmbar).

Bei einem plötzlichen beobachteten Kollaps eines Kindes soll der AED verwendet werden, sobald er zur Verfügung steht. Bei einem nicht beobachteten Herzstillstand außerhalb des klinischen Umfelds soll der AED nach ca. 5 CPR-Zyklen (ungefähr 2 Minuten) verwendet werden. Idealerweise sollte auch in veröffentlichten Studien nachgewiesen werden, dass der AED defibrillierbare pädiatrische Rhythmen genau und zuverlässig erkennen und eine „kindgerechte“ Energiedosis abgeben kann. Viele AEDs können heute kleinere Energiedosen durch den Gebrauch von kleineren Kinder-Elektroden oder einer Taste bzw. einer anderen Methode zur Reduzierung der Energiedosis abgeben.  Wenn der bei der Ausführung von CPR bei einem Kind über 1 Jahr verfügbare AED nicht über Kinderelektroden oder eine andere Methode zur Reduzierung der Energiedosis verfügt, ist ein normaler AED mit Erwachsenenelektroden zu verwenden.  Kinderelektroden oder Energiedosierungen für Kinder werden nicht bei erwachsenen Patienten mit Herzstillstand verwenden.

2000 (Alt): Seit 2003 wurden AEDs für 1- bis 8-jährige Kinder mit Herzstillstand empfohlen.

Begründung: Manche AEDs sind nachweislich sehr genau bei der Erkennung von defibrillierbaren Rhythmen bei Kindern, manche können kindgerechte Energiedosen abgeben.  Helfer sollten Kinderelektroden oder Kinderdosierungen jedoch nicht bei erwachsenen Opfern mit Herzstillstand verwenden, weil die niedrigere Dosis bei einem Erwachsenen wahrscheinlich keine Defibrillation bewirkt.